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Systemischer Lupus und SARS-CoV-2

Meine Gedanken und Tipps 

 

 

Bis Dienstag war ich felsenfest davon überzeugt, dass ich mich von den überall in den Medien verbreiteten Nachrichten über Corona/COVID -19/SARS-CoV-2 nicht verrückt machen lassen würde. Ich bin eher pragmatisch veranlagt und fühlte mich gut gerüstet. Seit gestern ist alle anders......

Laut Robert-Koch-Institut gehöre ich durch meinen Systemischen Lupus, meine Immunsupressiva, mein Asthma bronchiale und mein Alter zur Risikogruppe für schwere Verläufe, trotzdem verhalte ich mich "nur" genauso, wie zu jeder Grippesaison. Ich reagiere massiv auf Impfungen und habe so seit Jahren mein ureigenes "Anti-Influenza-Programm"

 

Seit die WHO am Mittwoch diese Corona - Infektion (ausgelöst durch die Mutation zu einer neuen Art eines Virus aus einer seit 1960 bekannten Virusfamilie) zur Pandemie erklärt hat, bin ich verunsichert. Die teilweise leeren Regale in den Supermärkten, selbst hier bei uns in unserem beschaulichen Städtchen, lassen mich auf der einen Seite den Kopf schütteln, auf der anderen Seite, nach dieser Nachricht, aber auch nachdenklich werden.

 

Gestern kam dann die Nachricht von Grenzschließungen, Schul - und Kindergartenschließungen und und und, zusätzlich zu den vorangegangenen Absagen von Messen, Konzerten und vielen anderen Großveranstaltungen. Eben gerade habe ich gehört, dass die Klinik in der ich bis zum Ende letzten Jahres gearbeitet habe, ein Besuchsverbot erlassen hat.

 

Für mich ist das Ganze sehr surreal und erschreckend, wie schnell (und eigentlich auch einfach) wir in unseren Grundrechten beschnitten werden können und wie schnell aus dem WIR ein ICH werden kann, nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern.

Die Weltwirtschaft bricht zusammen, die Börsenkurse sind ins uferlose gesunken, das öffentliche Leben liegt in einigen Teilen unserer Erde brach.

 

Welche Auswirkungen diese Pandemie auf viele Menschen haben wird, die unter den notwendigen Massnahmen zur Verhütung der weiteren Ausbreitung leiden und noch leiden werden, ist noch gar nicht abzusehen. Wieviele Existenzen werden bedroht sein oder sind schon massiv bedroht?

 

Es ist mir ebenso schwer begreiflich, dass man nicht wenigstens ab und zu über die diesjährige Grippewelle, die Gott sei Dank zu der eher leichten "Welle" gehört, hört oder liest. Seit Oktober 2019 gab es in Deutschland 119.280  labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle, die an das Robert-Koch-Institut übermittelt wurden. Davon verlief bei rund einem Sechstel (17%) die Erkrankung so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Es wurden 202 Todesfälle mit Influenzavirus-Infektion übermittelt, von denen die große Mehrheit (87 Prozent) der Verstorbenen in der Altersgruppe ab 60 Jahren waren (Stand 5.3.2020)

Hier kann man die wöchentlichen Berichte des Robert-Koch-Institutes finden.

 

Die schwere Grippewelle 2017/2018 hat allein in Deutschland über 25.000 Menschen das Leben gekostet, wer mag kann hier den Saisonbericht des Robert-Koch-Institutes nachlesen.

 

 

 

 

Dies ist die Grafik von der Seite 37 des Saisonberichtes von 2017/2018 des Robert-Koch-Institutes

Ich kann mich nicht erinnern, dass in der Zeit von der 7. bis zur 10. Kalenderwoche 2018 annähernd so dramatisch über die Grippewelle berichtet wurde, wie zur Zeit über Corona.

 

 

 

 

Beide Virusinfektionen werden per Tröpfcheninfektion übertragen, also beim Sprechen, Husten, Niesen und auch beim Hände schütteln. Allerdings ist das Corona-Virus nach bisherigen Erkenntnissen leichter übertragbar als ein Influenza-Virus.

Auch die Unterschiede in der Inkubationszeit - bei der Grippe durchschnittlich ein bis zwei Tage, beim Corona-Virus bis zu zwei Wochen - tragen zu einer schnelleren Verbreitung von Corona bei. Bei einer Zeit von bis zu zwei Wochen von der Ansteckung bis zu ersten Symptomen kann der Infizierte das Virus unwissentlich auf viele Menschen in seinem Umfeld übertragen haben. Das macht das Corona - Virus auch in meinen Augen unberechenbarer als ein Influenzavirus.

 

Mein Kopf sagt mir, dass ich mit meinem bisherigen Hygienemaßnahmen und einigen zusätzlichen "Tricks" gut gerüstet bin, um die Gefahr einer Infektion niedrig zu halten, eben wie jedes Jahr zur Grippezeit - same procedure as every year.

Mein Bauch reagiert mit einem undefinierbarem Grummeln, einem mulmigen Gefühl. Ich würde es nicht als Angst beschreiben, eher als Unbehagen, Unverständnis und auch ein wenig Verwirrheit ob der manchmal sehr widersprüchlichen Aussagen, die in den Medien getätigt werden und der Eigendynamik, die dieses Virus entwickelt hat.

 

Mein "Wolf" gehört zu der eher friedfertigen, zwickenden Sorte mit einem seltenen Hunger nach Zerstörung. Mir ist sehr wohl bewußt, dass er immer da ist und auf leisen Pfoten in meinem Körper herumschleicht.  Da kann ich gut auf ein fieses Virus verzichten und nun kommen ein paar persönliche Tipps, die sich in meinem Leben mit dem Lupus zu Zeiten einer erhöhten Infektionsgefahr bewährt haben.

Und so verhalte ich mich zu jeder Grippesaison und jetzt erst Recht:

  • ich vermeide jegliches Hände schütteln und Umarmungen
  • ich halte Abstand zu Menschen, die auf mich erkältet wirken oder/und husten und schniefen
  • ich meide größere Menschenansammlungen
  • falls ich niese oder huste, muss die Armbeuge als Schutz herhalten oder ein Taschentuch, das nach Benutzung sofort entsorgt wird
  • ich achte mehr als sonst auf regelmäßiges Händewaschen mit warmen Wasser und meiner Lieblingswinterseife mit Lemongrass
  • ich achte unterwegs darauf, nicht mit meinen Händen an Nase, Mund oder Augen zu wischen 
  • wenn ich unterwegs ein (häufig unnötiges) Gefühl von "ich möchte mir jetzt bitte sofort die Hände waschen" habe, aber keine Möglichkeit dazu vorhanden ist, habe ich ein kleines Fläschchen Hände-Desinfektionsspray  dabei oder meine Tüchlein
  • ich habe für alle Fälle Tücher zum Desinfizieren des Griffes der Einkaufswagen dabei
  • Geldautomaten bediene ich nie mit den Fingern sondern mit einem Nagelstäbchen aus einheimischem Holz *
  • ich gehe viel spazieren
  • ich lüfte regelmäßig
  • ich habe einen Vorrat an Cistus Lutschtabletten
  • ich trinke morgens meinen Fitnesstrunk (den trinke ich das ganze Jahr über) und esse jeden Tag meinen Apfel - nach dem Motto: an apple a day keeps the doctor away
  • gute Laune und Entspannung dürfen nicht fehlen

* Eine Studie an der Universität von Cambrigde hat ergeben, dass Influenza-Viren auf Holz nur sehr schwer überleben können. Die offenen Poren des Holzes nehmen Feuchtigkeit auf und entziehen damit den Keimen die Überlebensgrundlage.

 

Normalerweise bin ich kein Typ der alles um sich herum desinfizieren muss, aber manchmal reicht mir der Anblick des Tastenfeldes eines Geldautomaten oder der Griff eines Einkaufswagens und ich sehne mich nach einem sauberen Gefühl - im Winter mehr als in den anderen Jahreszeiten.  Türgriffe an öffentlichen Einrichtungen sind manchmal auch eher "bäh" und daher habe ich nach einer, für mich, akzeptablen Lösung gesucht, um dieses Gefühl zu beseitigen. Hier ist meine Idee dazu....

 

beim Klicken auf die Fotos erscheint unter den Bildern ein Erklärungstext

Durch meinen Beruf kann ich "richtig Händewaschen" im Schlaf. Hier gibt es Videos zum Thema.

Hier gibt es ein Video zur richtigen Händedesinfektion - auch die kann ich nach 45 Berufsjahren aus dem Effeff.

 

In der ersten Auflage des Buches "Pflanzenöle" von Ruth von Braunschweig bin ich dem Fitness-Drink zum ersten Mal begegnet und war sofort begeistert. Er besteht aus Obst - oder Gemüsesaft, Leinöl und Kurkuma.

Leinöl wirkt leicht schmerzlindernd und entzündungshemmend und ist auf Grund seiner Zusammensetzung ein Multitalent für unsere Gesundheit. Es enthält fast ausschließlich ungesättigte Fettsäuren und kann 40 - 60% Alpha-Linolensäure (dreifach ungesättigte Fettsäure) enthalten. Leinöl muss immer kaltgepresst sein.

Leinöl gehört nicht zu den schmackhaftesten Ölen und es braucht sicher einige Zeit, sich an den Geschmack zu gewöhnen, aber es lohnt sich wirklich.

Mir schmeckt am besten das Leinöl von Helmut Rausche oder eine Leinölmischung von Bio Planète.

 

Kurkuma hat viele positive gesundheitsfördernde Eigenschaften von denen für mich die stark entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung die wichtigsten sind. Ich liebe die Mischung Kurkuma Latte Vanille. Diese Mischung enthält neben Kurkuma auch Ceylon Zimt, Kakaopulver, Ingwer, Vanille, Süßholz und Pfeffer.

 

Ich vertrage manche Obst - oder Gemüsesorten nicht gut und auch das Öl zu trinken war für mich in der ersten Zeit nicht einfach.  In der Zwischenzeit habe ich eine Lösung für dieses Problem gefunden - Haferkleieflocken und ein guter Smoothie-Maker.

 

Je nach Lust und Laune gebe ich

  • etwa 300 ml Naturkostsaft - Obst oder Gemüse (gar nicht weit weg von hier, außerdem habe ich als Kind dort meine gesammelten Äpfel saften lassen)
  • 2 TL Leinöl
  • 4 Tropfen Sanddornfruchtfleischöl
  • 1 TL Kurkuma oder 1 1/2 TL Kurkuma Latte
  • 3 EL Haferkleieflocken
  • nach Geschmack/Bedarf etwas Honig oder Ahornsirup

in den Smoothie Maker und mixe alles gut durch. Schon habe ich ein gesundes "Trink - Frühstück" zu dem sich häufig noch ein leckeres Porridge gesellt. Manchmal bin ich faul und greife zu dem, für mich, leckersten Fertigporridge überhaupt.

 

Für die ersten "Versuche" empfehle ich mit 1 oder 1/2 TL Leinöl zu beginnen und bei Verwendung von Kurkuma pur erstmal nur 1/4 bis 1/2 TL zu nehmen. Die positive Wirkung stellt sich nicht sofort ein, durchhalten lohnt sich.

 

Meine lieben Kolleginnen Doris, Eliane und Sabrina aus dem Kreis der Aromatherapie haben in den letzten Tagen eine Reihe wundervolle Rezepturen und Blogartikel verfasst, daher werde ich jetzt nicht auch noch etwas dazu schreiben.

 

Doris Karadar hat hier einige, teils mehrseitige, PDF-Dateien zum Download bereitgestellt.

 

Eliane Zimmermann hat am 25.02.2020 und am 27.01.2020  ausführlich zum Thema geschrieben.

 

Sabrina Herber stellt Tipps zum Download für Erwachsene und hier Tipps für Kinder bereit (man muss sich zwar registrieren, aber das kann man ohne Bedenken tun).

 

Stress und Angst kann unser Immunsystem nachweislich schwächen, also sind im Moment "glückliche" Augenblicke unbedingt notwendig. Wer keinen Koffer voller ätherischer Öle hat wie ich, dem hilft vielleicht auch mit geschlossenen Augen an seinem Lieblingsparfum zu riechen und dabei schönen Erinnerungen nachzusinnen.

Vielleicht findet man auch noch irgendwo tief auf dem Dachboden vergraben ein verstaubtes Brettspiel, das es wert ist, entstaubt zu werden und mit der Familie zusammen eine schöne Spielzeit zu haben.

Oder es gibt eine DVD/Blue-Ray die Alle beim Schauen zum Lachen bringt.

 

Ich denke neben all den wirtschaftlichen Problemen, die aus dieser Pandemie entstanden sind und noch entstehen werden, wird sie uns zeigen, was "Mensch" als Individuum zu leisten und zu ertragen in der Lage sein wird. In Zeiten wie diesen ist mehr denn je ein "Füreinander" wichtig.

 

 

 

 

 

Passen Sie gut auf sich auf und bleiben Sie gesund......

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